1. Bundesliga – knappe Entscheidung

22. April 2019 Kommentare deaktiviert für 1. Bundesliga – knappe Entscheidung

Zum Heimauftakt in der ersten Kunstturnbundesliga hatte der StTV Singen die TG Saar zu Gast, die im Oberhaus des deutschen Kunstturnens schon etliche Jahre zu Hause ist und immer in den vorderen Rängen zu finden ist, und 2012 auch schon zu Meisterehren kam. Wieder also eine sehr schwere Aufgabe für das Team um Trainer Axel Leitenmair, hatten die Gäste doch mit Lukas Dauser, Waldemar Eichorn, Sebastian Krimmer und Eugen Spiridonov aktuelle und ehemalige Nationalturner in ihren Reihen.Vielversprechend begann Singen am Boden mit Tim Leitenmair, der gleich durch eine solide und saubere Übung die ersten zwei Punkte gegen Eugen Spiridonov gewann. Anschließend musste leider Christian Dehm trotz guter Vorstellung seinem Gegner Waldemar Eichorn drei Punkte überlassen. Nun legte die TG Saar mit Lukas Dauser vor und er zeigte mit seiner Bodenübung, dass er nicht umsonst einer der besten Turner Deutschlands ist. Diese Vorgabe konterte Singen mit Ivan Stretovich, der mit einer fulminanten Übung drei Punkte für die Gastgeber gewann. Beim letzten Duell am Boden hatte Philipp Leitenmair gegen die starke Übung von Luca Ehrmantraut keine Chance, so ging der Boden mit 8:5 Punkten an die Gäste. Am Pauschenpferd zeigten die Gäste dann ungewohnte Schwächen und mussten einige Absteiger in Kauf nehmen. Davon profitierte natürlich das Turnteam Singen und Ivan Stretovich, Tim Leitenmair und Dominik Grandl gewannen satte neun Punkte. Lediglich Rainer Wiechert musste sich der Weltklasseübung von Waldemar Eichorn mit einem Ausgangswert von 6,2 Punkten geschlagen geben. Dennoch gewann Singen sein erstes Gerät mit 9:4 Punkten. Die Zuschauer in der nahezu ausverkauften Münchriedhalle waren sichtlich begeistert, und es sollte noch besser kommen. An den Ringen gewann zunächst Routinier Eugen Spiridonov mit einer kraftvollen Übung drei Punkte für die TG Saar, danach holte Tim Leitenmair gegen Waldemar Eichorn ein gutes Remis. Erstmalig kam nun Florian Lindner von den Gästen zum Einsatz und zeigte eine Ringeübung vom Feinsten, hatte aber beim Abgang einige Probleme beim Stand. Trainer Axel Leitenmair erkannte die Chance und schickte mit Nikita Ignatyev ebenfalls einen Weltklasseturner ins Rennen. Dieser bestätigte mit einer mit Höchstschwierigkeiten gespickten Übung seinen Einsatz und gewann fünf Punkte für Singen. Beim letzten Duell an den Ringen hatte Luca Pollin leider das Nachsehen und musste seinem Gegner drei Punkte überlassen, was am Ende einen knappen Gerätegewinn von 6:5 Punkte für die Gäste bedeutete.

Bei einem Zwischenstand von 19:18 für den StTV Singen hätte die Begegnung nicht spannender sein können und in der zweiten Hälfte entwickelte sie sich zu einem wahren Turnkrimi. Denn auch am Sprung zeigten die Gäste leichte Unsicherheiten und Singen konnte mit sauberen Sprüngen von Antonio Huber und Ivan Stretovich mit 6:0 Punkten in Führung gehen. Nachdem das Duell von Luca Pollin gegen Waldemar Eichorn unentschieden ausging und Florian Lindner gegen einen starken Volker Wiechert nur zwei Punkte bekam stand der zweite Gerätegewinn am Sprung mit 6:2 Punkten fest. Die Stimmung in der Halle des überaus fairen Publikums steigerte sich nun von Übung zu Übung, denn beim Stand von 25:20 Punkten für Singen wechselten die Teams zum Barren. An diesem Gerät waren die Gäste der TG Saar zum Leidwesen der Singener sehr gut besetzt, so dass sie mit durchweg höher wertigeren Übungen neun Punkte für sich verbuchen konnten. Nur Ivan Stretovich konnte hier mithalten und rettete vier Punkte auf die Seite der Gastgeber, und so stand es vor dem abschließenden Reck 29:29. Ob es die Aussicht auf einen möglichen Sieg war, man kann es nur vermuten. Denn bei ihren Reckübungen zeigten die Turner vom Bodensee sichtlich Nerven, und einige Fehler schlichen sich ein. Dies schlug sich natürlich auch in den Wertungen nieder und die TG Saar konnte das Reck unerwartet deutlich mit 12:4 Punkten gewinnen. Am Ende gewann die TG Saar dieses wahre Turnfest mit 41:33 Punkten, trotzdem überwiegte beim Turnteam Singen die Freude über die mehr als gelungene Heimpremiere in der ersten Bundesliga.

Wenn nun nächstes Wochenende der nun siebtplatzierte StTV Singen auf den Tabellenletzten TSV Pfuhl trifft kann das schon eine Art Vorentscheidung sein im Hinblick auf den Klassenerhalt. Beide Aufsteiger sind ähnlich stark aufgestellt und werden sich einen spannenden Wettkampf liefern. Der Wettkampf im Schulzentrum Pfuhl am 27.04. beginnt um 18:00 Uhr.

 

Bilder:

Ivan Stretovich am Boden und Antonio Huber am Sprung

(Oliver Dehm, 21.04.2019)

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