Schallende Ohrfeige für die Sportstadt
Singen
(Leserbrief vom 14.09.2005)
Einem unsportlich und unfairen Tiefschlag
waren am vergangenen Mittwoch nicht nur die Sportenthusiasten unter den
Singener Bürgern ausgesetzt, als sie das Wochenblatt aufschlugen.
Ein Münchried-Gate wollte H. P. Lichtwald,
Chefredakteur des Singener Wochenblatts, bei seinem unangemeldeten Besuch
im neu sanierten Münchried-Stadion aufgedeckt haben, als er in bester
Bildzeitung-Manier einem Umwelt- und Gesundheitsskandal auf die Schliche
gekommen sein wollte.
Alles in Ordnung(?) muss hier sehr wohl
gefragt werden.
Eine fundierte Recherche hätte nämlich
zutage fördern müssen, dass die Klebeflüssigkeit, die auf die Laufbahn
aufgebracht wurde, nicht ätzender ist bzw. einen stärkeren Reiz auf die
Atemwege ausübt, als jeder handelsübliche Sekundenkleber. Ein Tragen von
Schutzanzügen und Atemmasken ist zudem nur dann vorgeschrieben, wäre der
Belag mittels Spritzpistole aufgebracht worden, da sich dann nämlich das
feine Aerosol auf den Kleidern und in den Atemwegen verteilt.
Ich war fast jeden Tag vor Ort, um die
Entwicklung dieses Meilensteins für die Singener Sportgeschichte in
Bildern festzuhalten und ehrlich gesagt, die einzigen Tränen, die es mir
ins Gesicht trieb, waren Freudentränen darüber, dass die Stadt nicht
wieder nur finanzielle Mittel für einen notdürftig renovierten
Flickenteppich freigemacht hat, sondern endlich den Mut aufbrachte, sich
für ein komplett saniertes, Wettkampf- und Schulsporttaugliches Stadion zu
entscheiden.
Und die Quizfrage von Herrn Lichtwald „Wer
hat zuletzt hier Stabhochsprung gemacht?“ ist eigentlich für jeden Laien
schon per se beantwortet, durch die Gegenfrage „Warum wird ein Stadion
komplett saniert?“
In diesem Sinne, meinen tiefsten Dank und
höchste Anerkennung all denen, die sich für diese baupolitische Maßnahme
100ig eingesetzt und so den Weg bereitet haben, dieses zwischen Aach und
Hohentwiel eingebettete Juwel wahr werden zu lassen.
Andreas Sepsy
Leichtathletik-Trainer
StTV Singen