Krimi mit Happyend für Singener Bundesliga-Turner

25. November 2021 Kommentare deaktiviert für Krimi mit Happyend für Singener Bundesliga-Turner

StTV Singen – SC Cottbus 34:27. – Ein „Showdown in der Münchriedhalle“ war angekündigt und die Aktiven taten am Samstagabend alles, um dem gerecht zu werden. In einem spannenden Wettkampf entscheid das letzte Duell am letzten Gerät über den Klassenerhalt oder das „Nachsitzen“ in einer weiteren k.o.-Runde. Während StTV-Neuzugang David Schlüter, der auch schon am Boden für die ersten Punkte der Einheimischen sorgte, am Reck die Nerven behielt und gut vorlegte, patzte der letzte Turner des Abends, der Cottbuser Willy Binder. Er griff neben die Reckstange und stürzte ab – das Halbfinale war damit entschieden, auch wenn der Gästeturner erneut ans Gerät ging, aber ein weiteres Mal abstürzte.

Vielversprechend waren bereits die Leistungen der Singener Turner am ersten Gerät. 6:0 stand es für die StTV-Riege, als man vom Boden an das Pauschenpferd wechselte. Und obwohl es am Pferd einen kleinen Rückschlag für die Gastgeber gab, Stefano Patron musste vom Gerät absteigen, bauten die Singener, nicht zuletzt dank einer starken Kür von Tim Leitenmair,  ihren Vorsprung auf 14:4 aus. An den Ringen zeigte der Cottbuser Ringespezialist Igor Radivilov erwartunsgemäß eine starke Leistung, konnte aber den Abgang nicht stehen, so dass Stefano Patron auf 19:7 erhöhen konnte. Mit einem 19:8-Zischenstand ging es dann nach drei Geräten in die Pause.

Zwar hielten die Gastgeber beim Sprung noch gut dagegen, konnten die Führung sogar um einen Punkt zum 23:11 ausbauen, doch am Barren zeigte der deutsche Rekordmeister aus Brandenburg, dass er zurecht in der Rolle des Favoriten angereist war. Zwischenzeitlich stand es an diesem Gerät zwar 26:12, dann aber drehten die Cottbuser Asse auf und verkürzten auf 26:21 – die klare Singener Führung war vor dem Abschluss am Reck deutlich geschmolzen. Der Glanzpunkt des Abends war sicherlich das Duell des Cottbusers Leonard Prügel mit dem Singener Gastturner Ivan Stretovich. Prügel legte beeindruckend vor und stand als Abgang einen dreifach Salto – sichere Punkte für Cottbus? Aber der Hallensprecher kündigte den Auftritt des Russens dann als „Flugshow“ an und sollte Recht behalten. Mit einer herausragenden Leistung konterte der Silbermedaillengewinner des Jahres 2016 und es stand 29:21.

Der Singener Klassenerhalt schien schon greifbar nahe, doch im vorletzten Duell verkürzte Lucas Kochan auf 29:27 – das letzte Duell musste entscheiden! Der Singener David Schlüter legte vor, zeigte eine stabile Leistung und setzte damit nervenstark den Cottbuser Willy Binder unter Druck. Mit Erfolg, denn am Anschluss an ein Flugteil verpasste der Cottbuser die Reckstange und stürzte. Faire Geste des Publikums: Mit Applaus wurde zur Kenntnis genommen, dass sich Binder bei dem heftig aussehenden Sturz nicht verletzt hatte und nochmals an das Gerät ging. Doch schon da war klar, dass es für die Gastgeber nun reichen müsste. Ein weiterer Abgang Binders sorgte letztlich für fünf Scorerpunkte für David Schlüter, der damit zum Topscorer des Abends wurde, und damit den Singener Klassenerhalt sicherte.

„Am Barren haben die Cottbuser megagut aufgeholt und wir sind mit einem winzigen Vorsprung ans Reck. Da dachte ich schon: Oh, das wird ganz knapp, das könnte ein Unentschieden geben. Die ersten drei Turner von Cottbus haben uns am Reck alles abverlangt, aber Ivan hat stark gepunktet, und am Ende hatten wir Glück, weil Cottbus Pech hatte!“, blickte Singens Trainer Axel Leitenmair, dem mit der Zuordnung von Ivan Stretovich am Reck ein cleverer Schachzug gelang, die Schlussphase zusammen, ehe es zur coronagerechten Nicht-Abstiegs-Party ging.

Nun steht also das vierte Jahr in der höchsten Klasse für die Singener an – der Stolz auf diese Bilanz und die Leistung seiner Riege war Leienmair deutlich anzumerken, auch wenn er den coronabedingt eher geringen Zuschauerzuspruch bei diesem Halbfinale bemängelte. Allerdings sorgten die etwa 350 Zuschauer in der Singener Münchriedhalle für eine dem spannenden Wettkampf angemessene Atmosphäre.         ( Bericht Jürgen Rössler)

 

Kommentarfunktion geschlossen.