Einzige
Teilnehmer aus dem Bezirk Hegau-Bodensee bei den Deutschen
Leichtathletikmeisterschaften der A- und B-Jugend in Fulda waren Johanna
Garz und Felix Schweigger vom StTV Singen.
Die
A-Jugendliche Johanna Garz, die zu Beginn der Saison von der 800m -
auf die halb so lange 400m - Distanz umgestiegen war, hatte bereits im
Vorfeld der Meisterschaften eine schwere Entscheidung zu treffen. Nachdem
sich die Allrounderin sowohl für die 400 m als auch für die 400 m
Hürdenstrecke problemlos qualifiziert hatte, aber der Meisterschaftszeitplan
im Sportpark Johannisau-Stadion im hessischen Fulda einen Doppelstart nicht
zuließ, galt es der „richtigen“ Disziplin den Zuschlag zu geben, welche da
hieß 400 m flach.
„Ausschlaggebend
waren in erster Linie nicht die Meldeergebnisse, da Johanna auf beiden
Strecken hinsichtlich einer Endlaufchance in etwa gleich lag, sondern die 10
Hindernisse auf der Hürdenstrecke, wo man nie im voraus abschätzen kann, was
passiert“, so Trainer Andreas Sepsy.
Also
stand am Samstag für die frisch gebackene Abiturientin der 400 m Vorlauf auf
dem Programm mit der klaren Zielsetzung, sich entweder als Vorlaufsiegerin
oder über die Zeit für den Endlauf zu qualifizieren. „Sicher ist sicher“,
dachte sich die ehrgeizige A-Jugendliche und holte sich in einem
couragierten Rennen auf der ungünstigen Innenbahn in 56,61 s ungefährdet den
Vorlaufsieg und damit einen der acht heiß begehrten Startplätze im Endlauf
am Sonntag.
Dass sie
im Endlauf dann direkt hinter Jana Neubert, die bereits das Ticket für die
Junioren U20/EM
in der Tasche hat, laufen musste, war nicht
unbedingt ein Vorteil, da die Chemnitzerin eine Bestzeit vorzuweisen hat,
die knapp 2 ½ s unter jener von Johanna liegt. Unbeeindruckt davon aber lief
die Singenerin ihr Rennen und hatte sich bereits ausgangs der zweiten Kurve
auf den vierten Platz vorgearbeitet, den sie bis ins Ziel verbissen
verteidigte. 56,63 s wurden für die sympathische Athletin auf dem „undankbaren“
vierten Platz gestoppt, doch Trainer und Athletin waren mit dem Abschneiden
als viertbeste Deutsche und beste 400 m Läuferin Baden-Württembergs sehr
glücklich.
Für
Sprint-As Felix Schweigger hieß es am Samstag, die 100 m Strecke als
„Warm-up“ für seine Paradedisziplin, die 200 m am Sonntag, zu nutzen und
sich mit dem umfangreichen Meisterschaftsprozedere vertraut zu machen. Als „Marschroute“
hatte Trainer A. Sepsy für den B-Jugendlichen die Qualifikation aus einem
der 7 Vorläufe und damit 46 Startern in einen der drei Zwischenläufe
ausgegeben. Nach einer für Felix bezeichnenden schwachen Startphase,
beschleunigte der Singener mit kraftvollen und lang gezogenen Schritten auf
der zweiten Streckenhälfte und erkämpfte sich mit 11,16 s locker einen
Startplatz im Zwischenlauf. Leider zündete der Meisterschaftsneuling seinen
Turbo im Zwischenlauf auch erst nach 40 m, so dass er zwar mit sehr guten
11,14 s seine persönliche Bestleistung egalisierte, die Zeit jedoch für den
Endlauf nicht ausreichte.
Voller
Spannung durfte man aber auf den Sonntag blicken. Felix Vorstellung über die
100 m als auch die Trainingsergebnisse der letzten Woche waren sehr viel
versprechend, zudem Felix’ Stärke, nämlich eine lange Beschleunigungsphase
mit geringem Geschwindigkeitsverlust auf den letzten Metern, über die 200 m
besser zum Tragen kommt. Im Gegensatz zu den 100 m waren die 200 m als
Zeitvorläufe ausgeschrieben, was da hieß, dass sich nicht automatisch die
Vorlaufsieger, sondern nur die acht Zeitschnellsten aus 5 Vorläufen für den
Endlauf qualifizieren konnten.
Also
musste das noch junge Sprinttalent schon im Vorlauf alles geben. Nach einem
gelungenen Kurvenlauf legte er auf der Zielgeraden noch einmal zu und
kämpfte sich als Erster in 22,18 s über die Ziellinie. Die neue persönliche
Bestzeit wurde dann auch mit der Endlaufteilnahme belohnt. Aufgrund der
Vorlaufzeit musste Felix im Endlauf mit Bahn 7 vorlieb nehmen, so dass er
bis auf die Aussenbahn, auf der der frischgebackene 100m Meister vom Vortag
startete, die gesamte Konkurrenz im Rücken hatte. A. Sepsy gab seinem
Schützling folglich auch als „Hausaufgabe“, den Turbo schon nach dem Start
zu zünden und bereits nach den ersten 100 m auf den vor ihm laufenden
Athleten aufzuschließen. Und Felix machte seine Hausaufgabe richtig gut!
Nach 100 m hatte er bereits die Kurvenvorgabe aufgeholt und es sah ganz
danach aus, als ob er seiner Trainingskollegin Johanna in nichts nachstehen
wollte. Am Ende war es auch nur eine Hundertstel Sekunde, die ihn vom 4.
Platz trennte. Mit der phantastischen Zeit von 22,14 s war Felix sicherlich
sehr zufrieden aber durch einen verpatzten Zieleinwurf am Ende, zwar
zeitgleich mit dem Fünftplatzierten, aber „nur“ auf 6. Rang gewertet zu werden,
war dann doch eine bittere Pille zu schlucken. Aber Felix hat noch Zeit
wertvolle Erfahrungen zu sammeln und man kann ohne Übertreibung sagen, dass
es seit Karl Honz kein vergleichbares jugendliches Talent im Bezirk gegeben
hat, welches zum Glück
auch von einem ambitionierten und professionellen Trainer gefördert wird.
Petra Kaul
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Abt. LA StTV Singen